Standort Lunch

Werber für Forschung in Wien - vlnr.: Stephan Laiminger, Christian Keuschnigg, Michaela Kress, LRin Patrizia Zoller-Frischauf, Nicole Concin und Harald Gohm.

Medieninformation: Tiroler Forschung wirbt in Wien

22.11.2013
Standortagentur Tirol, Medizinische Universität Innsbruck und GE Jenbacher präsentierten im Wiener Notarion brandneue F&E-Projekte und starke internationale Vernetzung. IHS-Chef Christian Keuschnigg wünschte sich eine Aufwertung der Universitäten.

Im Ausland wirbt die Standortagentur Tirol zu zahlreichen Terminen für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Tirol. Aber auch im Inland soll Tirol als attraktiver Partner für Forschung, Entwicklung und Innovation stärker bekannt werden. Dazu präsentierte man sich gestern gemeinsam mit der Medizinischen Universität Innsbruck und GE Jenbacher vor Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und relevanten Bundesagenturen im Wiener Notarion. Mit über 5.000 Beschäftigten in der Forschung & Entwicklung und einer Industrie, die über 40% der Wirtschaftsleistung erbringt, präsentierte die Tiroler Wirtschaftslandesrätin Zoller-Frischauf Tirol als einen der Top 3-Technologiestandorte Österreichs. „Wir treiben die Technologieoffensive weiter voran, brauchen dazu aber auch weiterhin den Bund als starken Partner“, appellierte Zoller-Frischauf bei dieser Gelegenheit an den Bund, bei der Forschungsfinanzierung keinesfalls nachzulassen.
 

Keuschnigg: „Heimische Universitäten sind das Nadelöhr der österreichischen Forschungspolitik.“
Der Direktor des Institutes für Höhere Studien in Wien und Professor für Nationalökonomie an der Universität St. Gallen, Prof. Christian Keuschnigg, widmete sich in einem Impulsvortrag den Grundlagen erfolgreicher Forschungspolitik. Er hält die finanzielle Förderung in Österreich für ausreichend, warnt aber, dass in Forschung investierte Mittel ohne eine leistungsfähige Bildung nicht jenen Effekt erzielen, den diese erzielen könnten. „Die heimischen Universitäten sind das Nadelöhr der österreichischen Forschungspolitik“, konstatierte Keuschnigg. Diese Ausführungen unterstrich er mit einem internationalen Vergleich: Während die Universität Zürich pro Studierendem ein Budget von 38.000 Euro zur Verfügung hätte, wären es an der Universität Wien nur 5.600 Euro. Desweiteren stünden 100 Studierenden an der Universität Zürich 2 Professoren zur Verfügung, an der Universität Wien seien es nur 0,5. „Würde man Österreichs Universitäten besser ausstatten, wäre das zudem ein deutlicher Anreiz für die multinationalen Unternehmen, mit ihren Forschungsdivisionen an den Standort zu kommen“, so Keuschnigg zu bestehenden Wechselwirkungen mit der Wirtschaft.

Nichtsdestotrotz konnte die Medizinische Universität Innsbruck soeben die Führungsrolle in zwei großen EU-Projekten gewinnen und diese beim Tiroler Standort Lunch in Wien präsentieren:


Eierstockkrebs innovativ therapieren
Univ.-Prof. Nicole Concin, Universitätsprofessorin für Experimentelle Frauenheilkunde und Oberärztin des Departments für Frauenheilkunde, stellte das neue EU-Projekt „GANNET53“ vor: eine Studie, welche sie mit 17 Partnern aus Österreich, Deutschland, Belgien und Frankreich soeben erfolgreich an die Medizinische Universität Innsbruck holen konnte. Das Konsortium möchte jenen Patientinnen Hilfe bringen, bei denen nach primärer Behandlung des Eierstockkrebses die Erkrankung wieder aufgetreten ist (Rezidiv) und resistent gegenüber der platinhaltigen Standardchemotherapie ist. Diese Patientinnen zeigen ein medianes Gesamtüberleben von rund 14 Monaten. Es besteht dringender Bedarf für eine effiziente neue Therapieform, welche die Prognose verbessert und die Lebensqualität durch Linderung der tumorbedingten Beschwerden sowie durch weniger therapiebedingte Nebenwirkungen erhöht. Der innovative Therapieansatz des Projektes richtet sich gegen die zentrale genetische Veränderung, die in den Tumoren von annähernd 100% der betroffenen Patientinnen beobachtet wird: das Vorliegen eines stabilisierten mutierten p53-Proteins. Neueste wissenschaftliche Ergebnisse des Projektpartners Universitätsmedizin Göttingen haben bereits gezeigt, dass durch das Medikament Ganetespib das mutierte p53 Protein in Krebszellen erfolgreich bekämpft werden kann. Dieses Konzept wird in der GANNET53 Studie nun erstmals klinisch angewandt. Zur Durchführung der Studie steht dem Konsortium ein Gesamtvolumen in Höhe von rund 6 Millionen Euro zur Verfügung.


Neue Perspektiven in der Schmerzmedizin
Wie Michaela Kress im Rahmen eines neuen EU-Projektes namens „ncRNAPain“ Biomarker finden will, mit denen Patienten mit einem erhöhten Risiko für chronischen Schmerz identifiziert werden können, davon berichtete Univ.-Prof.in Michaela Kress, Direktorin der Sektion für Physiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck. Häufig entwickeln Menschen mit Diabetes chronische Schmerzen oder nach Knochenbrüchen bleiben schmerzhafte Entzündungen bestehen. Weiß man von vornherein, bei welchen PatientInnen das Schmerzrisiko hoch ist und versteht man den Schmerzmechanismus, kann frühzeitig eine optimal wirksame und vor allem zielgerichtete Schmerztherapie bereitgestellt werden. Im Rahmen ihres EU-Projektes arbeitet Michaela Kress mit einem internationalen Konsortium aus Grundlagenwissenschaftlern und klinischen Forschern zusammen, um die Rolle von nicht codierenden RNA-Abschnitten (werden nicht in Proteine übersetzt) bei chronischen Schmerzen aufzuklären. Die zehn Partner kommen aus verschiedenen Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und England. Insgesamt steht dem Projekt ein Gesamtvolumen in Höhe von knapp 6 Mio. EUR für die nächsten vier Jahre zur Verfügung.


Jenbacher Großmotoren von GE der nächsten Generation
Dr. Stephan Laiminger, Engineering Leader New Application bei der Tiroler GE Jenbacher GmbH & Co OG, lenkte das Interesse des Publikums im Anschluss auf den technischen Sektor. Er berichtete von der Forschung des Industriebetriebs für die Großmotoren der nächsten Generation. Jenbacher Großmotoren von GE eignen sich für die Stromversorgung ganzer Städte. So produzieren die Stadtwerke Rosenheim seit April des Jahres mit Unterstützung eines Jenbacher J920 FleXtra Großmotors von GE 40 Prozent des Strombedarfs und 20 Prozent des Wärmebedarfs von Rosenheim umweltgerecht über Kraft-Wärme-Kopplung. Mit seinen Jenbacher Gasmotoren adressiert das Unternehmen den weltweit steigenden Strombedarf (+35% allein bis 2020) und die Tatsache, dass 1,4 Milliarden Menschen weltweit ohne Stromversorgung leben. Grundsätzlich geht es um weitere Wirkungsgradsteigerungen bei weiter gesenkten Emissionen. GE will seine Motoren so flexibel gestalten, dass diese auch mit unterschiedlichen Kraftstoffen ohne Leistungseinbußen arbeiten. Zudem sind die Gasmotoren in der Lage, Netzschwankungen, die durch das Einspeisen von Wind- und Solarstrom im Netz entstehen, auszugleichen. Das verlangt von den betreffenden Motoren unter anderem die Fähigkeit, auf Netzschwankungen innerhalb von Millisekunden anzusprechen. Eine enge Entwicklungszusammenarbeit besteht mit dem LEC Large Engines Competence Center an der Technischen Universität Graz.
 

Rückfrageinformation:

Mag.a Amelie Döbele
Medizinische Universität Innsbruck
public-relations@i-med.ac.at
+43 512 9003 70080
+43 676 8716 72080

Mag. Anja Pegger
GE Power & Water
Unternehmenskommunikation Jenbacher Gasmotoren
T +43 5244 600-2337 oder M +43 676 8944-2337
F +43 5244 600-42337
anja.pegger@ge.com
 

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