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Mehr als kosmetische Veränderungen in der Kosmetikbranche

12.07.2013
Trends und Entwicklungen mit Augenmerk auf Design, Herkunft und Verwendung

„In der Fabrik stellen wir Kosmetikartikel her, aber über die Ladentheke verkaufen wir Hoffnung“ (Charles Revlon, 1906-1975)
Unter den mehr als 130 Mitgliedern des Clusters Wellness Tirol finden sich auch sechs Unternehmen, die in der hart umkämpften Kosmetikbranche erfolgreich am Markt präsent sind. Gerade im Bereich Wellness und Gesundheit spielt Kosmetik eine wichtige Rolle, zugleich hat sich die Kosmetikbranche in den letzten Jahren rasant entwickelt: Der Boom von Q10, Antioxidantien und straffendem „Lifting Effekt“ hat die Branche fest im Griff. Neue Trends, Entwicklungen und innovative Ansätze sind gefragt, um sich am rasch wandelnden Markt erfolgreich zu behaupten.

Age-Prevention, Multifunction, Männerkosmetik…
Die Kosmetikbranche ist ein wachsender Markt mit 12 Mrd. Euro Marktvolumen und einem Wachstum von jährlich 2%. Das Thema Nachhaltigkeit spielt eine immer größere Rolle. So ziehen 84% der Konsument/innen Kriterien wie etwa ökologischer Anbau, Produktions- und Arbeitsbedingungen und Vertriebsarten in ihre Kaufentscheidung mit ein. Naturkosmetik, Age-Prevention, Multifunction, Premiumisation und Männerkosmetik fordern der Branche innovative Ideen ab. Dabei verlangt der Kunde möglichst naturnahe und hochwirksame Produkte. Die Kosmetik wird zur Allroundpflege, gerade bei der Nachfrage an BB-Cremes zeigt sich das Interesse an Multifunction. Solche Produkte sind in den letzten Monaten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Die Konsumtent/innen wollen mehrere Funktionen wie Feuchtigkeitspflege, Faltenreduktion, Abdeckung und Porenverkleinerung in einem Produkt und ist außerdem bereit, sich das etwas kosten zu lassen.

Männer, DIE neue Zielgruppe in der Kosmetik

Der wachsende Premiummarkt ist ein klarer Trend in der Kosmetikbranche. Männer achten immer mehr auf ihr Äußeres und sind offen für Kosmetikprodukte. Sie gelten als eine Zielgruppe mit Potenzial, gleichzeitig aber mit einem ganz anderen Zugang zu den Produkten als Frauen. Außerdem verlangt der gesättigte Markt nach neuen Verpackungstechnologien. Teure, luxuriöse Cremes in goldverzierten Verpackungen werden zum Verkaufsschlager. Der Markt für Luxusgüter wuchs 2012 um 7%. Daneben ändern sich die Verkaufswege: Das Internet als Absatzmarkt wächst 6-mal schneller als der herkömmliche Kosmetikmarkt, Multi-Channel-Shopping wird immer relevanter.

Markenmanagement auf höchstem Niveau

Diese Entwicklungen stellen eine Marke vor große Herausforderungen. Die Erwartungshaltung der Konsument/innen steigen stetig. Laut Experten werden 95% aller Kundenentscheidungen unbewusst getroffen und sind daher nur schwer beeinflussbar. 73% aller neueingeführten Produkte verschwinden noch im ersten Jahr wieder. „Schaffen Sie ein ganzheitliches und einzigartiges Markenerlebnis und leben Sie Ihre Marke“, so die Empfehlung von Matthias Pach von DieterBakicDesign (Designagentur und Markendienstleister mit dem Schwerpunkt Kosmetik-Industrie). „Der Kampf um den Konsumenten findet nicht zwischen großen und kleinen, bekannten oder unbekannten, teuren oder billigen Marken statt, sondern zwischen leidenschaftlich und lieblos geführten Marken.“ Pach war Gastredner beim Workshop „Innovative Kosmetik in Design, Herkunft und Verwendung.“, den der Cluster Wellness Tirol Mitte Juni veranstaltete.

Für alle, die keine Creme wollen…

Das Tiroler Unternehmen Mount53 brachte 2010 die Lotion „seppl“ auf den Markt. seppl ist eine Lotion speziell für die Bedürfnisse iOutdoor-Sportlern und wurde gemeinsam mit Sportlern entwickelt. Die spezielle Bedürfnisse der Zielgruppe wurden vorab umfassend analysiert, um entsprechenden Absatz sicherzustellen. Im Bereich Vertrieb konnte seppl bereits große Erfolge feiern, durch die Kooperation mit MPreis steht nun ein speziell für diesen Auftritt designtes Shop-in-Shop System in den Filialen. Ein weiterer Erfolg konnte durch die Unterstützung des Clusters Wellness Tirol verzeichnet werden: Die Tiroler Wanderhotels bieten ihren Gästen seppl-Produkte im Co-Branding als Willkommensgeschenk. Die weitere Entwicklung neuer Produkte wie eine Sonnencreme und ein Duschgel sind bereits in der Pipeline. Der Ausbau des Vertriebsweges soll in weiterer Folge in Kooperation mit dem Cluster IT erfolgen.
 

Vorträge als Download
Vortrag 01: Matthias Pach - Die Kosmetikbranche. Trends. Herausforderungen. Design.
Vortrag 02: Verena Kohler - seppl: Ohne Chemie zum Erfolg

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