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Südtiroler Vertreter aus der Architektur- und Baubranche zeigten sich im Rahmen einer Exkursion zu Tiroler Vorzeigeprojekten begeistert von den Tiroler Lösungsansätzen zum Thema Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

PROGREEN - energieeffizientes und nachhaltiges Bauen in Tirol

10.06.2013
Bei der Exkursion im Rahmen des Interreg Projektes "Progreen" reisten Vertreter von Südtiroler Architektur- & Ingenieurbüros, Bauunternehmen, Wohnbauträgern und Forschungspartnern nach Tirol und lernten neben der Besichtigung hervorragend umgesetzter energieeffizienter Bauprojekte auch die Rahmenbedingungen des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens in Tirol kennen.

Welche Anreizsysteme für energiesparendes und nachhaltiges Bauen und Sanieren das Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Wohnbauförderung, bietet, zeigte der Vortrag von DI Roland Kapferer. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der Installation von innovativen und klimarelevanten Heizungssystemen. Fossile Primärenergieträger sind demnach nur in Brennwerttechnik und in Kombination mit einer thermischen Solaranlage förderfähig.

Dr. Ing. Fabian Ochs von der Universität Innsbruck gab einen Einblick in den Arbeitsbereich Energieeffizientes Bauen. Ein Forschungsschwerpunkt liegt hier im Bereich der thermischen Aktivierung und der Nutzung von Speichermassen in Verbindung mit Wärmepumpen-Photovoltaik-Kombinationen. Zum momentan stark diskutierten Schlagwort „smart“ gab Dr. Ing. Fabian Ochs den Anwesenden noch einen Denkanstoß mit: „Only stupid people need smart buildings!?!“

Unter dem Motto „Wir sind Nachbarn und unser beider Ziel ist es energieeffiziente und nachhaltige Gebäude zu bauen. Das ist ein fruchtbarer Boden für zukünftige Kooperationen“ starteten die Teilnehmer in das Match-Making-Event. Fünf Tiroler Unternehmen aus dem Cluster Erneuerbare Energien Tirol nahmen die Gelegenheit wahr, sich bei Südtiroler Architekten, Ingenieurbüros, Bauunternehmen, Wohnbauträgern und Forschungspartnern vorzustellen und Kontakte zu knüpfen.

Jeder Neubau in Passivhausstandard! Mit diesem klaren Bekenntnis begann Ing. Engelbert Spiß von der Neuen Heimat Tirol seine Einführung zu den gemeinnützigen Wohnbauprojekten Lodenareal und O3. Bei der anschließenden Besichtigung konnten sich die Teilnehmer besonders von der hohen Qualität der Ausführungen und der verwendeten Materialien überzeugen. Das Schlussplädoyer „Wir kennen nichts, das besser funktioniert und zugleich so effizient ist wie ein Passivhaus. Sollte es aber irgendwann ein besseres Konzept geben, sind wir die ersten, die das umsetzen werden!“ unterstrich nochmals, dass das Konzept Passivhaus auch bei großen Wohnsiedlungen funktioniert.

Die Senkung des Heizwärmebedarfs unter 60 kWh/m²*a ist auch in denkmalgeschützten Gebäuden möglich. Architekt DI Gerald Gaigg zeigte bei der Führung durch die beiden im Zuge des europäischen Forschungsprojektes 3ENCULT sanierten Musterklassen, dass Denkmalschutz und energieeffiziente Sanierung vereinbar sind. Die Ergebnisse aus den Umsetzungen werden unter anderem bei der Sanierung des Bozner Waaghauses einfließen.

Im Herbst 2013 findet die Fortsetzung der Exkursionsreihe im Rahmen von Progreen statt. Diesmal machen sich Tiroler Unternehmen aus dem Bereich des energieeffizienten und nachhaltigen Bauens auf den Weg nach Südtirol. Nähere Informationen folgen.

Die Präsentationen zum Download finden Sie hier:
01 DI Roland Kapferer (Amt der Tiroler Landesregierung): Tiroler Wohnbauförderung und Wohnhaussanierung – Anreizsysteme für energiesparendes und nachhaltiges Bauen
02 Dr. Ing. Fabian Ochs (Universität Innsbruck): Energieeffizienz und thermische Aktivierung? Reduzierung des nicht-erneuerbaren Energiebedarfs, aktuelle Projekte und Entwicklungen
03 Ing. Engelbert Spiß (Neue Heimat Tirol): Projekte Lodenareal & O3 und Ausblick auf das Haus der Zukunft „Vögelebichl“
 

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