Foto: Standortagentur Tirol

Informationen aus erster Hand

Nachbericht zum Projektfrühstück "Lebensmittelintoleranzen - Umgang mit besonderen Gästebedürfnissen"

25.10.2012

Am 17. Oktober 2012 trafen sich über 20 interessierte Clusterianer im Biohotel Stanglwirt, um das immer stärker werdende Thema der Lebensmittelintoleranzen zu diskutieren. Als Gastvortragende konnten wir Therese Hasler, Diätologin bei avomed - dem Arbeitskreis für Vorsorgemedizin und Gesundheitsförderung in Tirol und Johann Mauracher, seinerseits Inhaber und Geschäftsführer des Ayurveda Resort Sonnhof in Thiersee, begrüßen.

Unbehandelte Lebensmittelintoleranzen sind gefährlich!
Ca. 1/3 der Bevölkerung leidet an einer Lebensmittelintoleranz. Die Häufigsten wurden an diesem Vormittag vorgestellt - Histaminintoleranz, Fructose- und Lactosemalabsorption und Zöliakie. Frau Therese Hasler erläuterte ausführlich die Symptome, erklärte die auslösenden Lebensmittel und warnte vor den oft unterschätzten Folgen. Denn wenn der Darm jahrelang gestört ist, kann er lebensnotwendige Stoffe nicht mehr aufnehmen und schwächt somit den gesamten Körper. Eine unbehandelte Histaminintoleranz schwächt die Lunge und kann sich zum Asthma entwickeln. Aufgrund dieser Folgen sind unterschiedliche Gegenmaßnahmen notwendig. Zum Beispiel muss bei einer Zöliakie die betroffene Person lebenslang eine absolut strikte glutenfreie Diät halten.

Eine gute Nachricht, die Lebensmittelindustrie reagiert auf die steigende Zahl der Betroffenen und es gibt bereits sehr viele gluten-, laktose- und fructosefreie Angebote in den Supermärkten.

Die vegetarische Küche als Positionierungsmöglichkeit
Johann Mauracher vom Ayurveda Resort Sonnhof besitzt ein 60 Betten Haus am Thiersee und setzt seit Jahren auf das indische Konzept. Mit einem indischem Arzt und einer regionalen, gesunden und oft vegetarischen Küche wurde der Ganzjahresbetrieb zu einem der Vorzeigehotels im Tiroler Gesundheitstourismus.

"Gestern Abend gab es bei uns ein vegetarisches Menü und als Alternative ein Hirschrückensteak. Unser Haus ist voll ausgebucht und NICHT EIN GAST hat den Rücken bestellt." so Mauracher. Es gibt eine Zielgruppe der Gesundheitsbewußten - den sogenannten LOHAS, die auf nachhaltige, gesunde Küche achten, ihrer Lebensmittelverträglichkeiten bewusst sind und auch im Urlaub sicher betreut werden wollen. Die vegetarische Küche bietet hier gemeinsam mit einem ganzheitlichen Gesundheitskonzept eine Positionierungsmöglichkeit. Johann Mauracher appelliert inständig an die heimische Hotellerie sich in Nischen zu positionieren. "Der Markt ist groß genug für mehr Hotels wie unseres."


Wie kann ich als Hotellier nun auf Lebensmittelintoleranzen reagieren?
Als Hotel ist es wichtig, die Intoleranzen, Ihre Symptome und Folgen zu kennen, damit der Gast sich gut betreut fühlt. Denn er reist nicht wieder an, wenn man Ihm Knäckebrot bei Zöliakie anbietet!

  • Das gesamte Personal muss geschult sein, um entsprechend reagieren zu können. Auch die Zimmermädchen, denn diese sind oft die erste Ansprechperson wenn es Gästen nicht gut geht.
  • Alternative Angebote im Restaurant mit Kennzeichnung der Inhaltsstoffe, ersparen den Gästen leidiges Nachfragen und Erklären. Das schafft Vertrauen!
  • Eine Absprache mit dem ortsansässigen Arzt kann eine Möglichkeit sein, Gäste bei Bedarf testen zu lassen und medizinisch risikolos zu betreuen.
  • Regelmäßige Informationsveranstaltungen zum Thema gesunde Ernährung vermittelt Kompetenz und schafft wiederum Vertrauen.

… Es gibt noch viele andere Möglichkeiten sich hier gut für die Zukunft zu wappnen. Interesse? Dann freuen wir uns auf eine Rückmeldung per E-Mail unter: jeannine.moosbrugger@standort-tirol.at

 


 

Zurück

nach oben