Foto: Standortagentur Tirol

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acib-Forscher Markus Luchner testet die neue PTR-MS-Messmethode, mit der die Abluft von Mikroorganismen in der biotechnolgischen Produktion untersucht werden kann.
Fotonachweis: acib

Forscher & Unternehmer: Kooperation mit Mehrwert

01.06.2012
Stark bei industrieller Biotechnologie: Tiroler Unternehmen und Uni Innsbruck forschen im K2-Zentrum ACIB.

ACIB, das weltweit sichtbare österreichische Forschungs-Kompetenzzentrum für industrielle Biotechnologie, kann auch am Standort Innsbruck herausragende Projekte präsentieren. Allein in Tirol wird von den Unternehmen und Forschungseinrichtungen ein Projektvolumen von insgesamt rund 7,2 Mio. Euro bewegt, 30 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze sind in diesem Zusammenhang bisher entstanden.

Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib) ist als K2-Kompetenzzentrum ein Zusammenschluss von derzeit sieben Universitäten und 27 Projektpartnern, darunter bekannte Namen wie BASF, Sandoz, Biocrates Life Sciences, Ionimed,
Boehringer Ingelheim RCV, Jungbunzlauer, F. Hoffmann-LaRoche oder Novartis. Eigentümer sind die Universitäten Innsbruck und Graz, die TU Graz, die Universität für Bodenkultur Wien sowie Joanneum Research. "Wir setzen im Jahr rund 12 Mio. Euro an Projektvolumen um und beschäftigen aktuell 170 Forscherinnen und Forscher an unseren Standorten Graz, Wien und Tirol. Besonders wichtig für ein weltweit sichtbares Zentrum wie das acib sind die Kooperationen mit den Universitäten, mit den Unternehmen sowie mit Standort-Verantwortlichen aus der Politik , erklärt acib-Geschäftsführer Univ-Prof. Dr. Anton Glieder. "Auch in Tirol wird unser Forschungszentrum vom Land in hervorragender Weise unterstützt, wofür ich mich schon jetzt sehr herzlich bedanke!"

Bedeutung des acib für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort
"Tirol ist ein Standort, an dem die enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft undWissenschaft bereits zum Tagesgeschäft gehört", erläutert Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf. "Dabei sind COMET-Forschungszentren wie das acib notwendige Leuchttürme, um die Leistung vergleichsweise kleiner Standorte wie Österreich und Tirol international sichtbar zu machen und die Überleitung universitärer Forschung in die Wirtschaft zu ermöglichen. Die Kooperation des acib mit den Unternehmen sowie mit der Universität Innsbruck bezeichnet Zoller-Frischauf als beispielhaft." Das Land Tirol unterstützt diese Aktivitäten mit Förderungen in der Höhe von rund 1 Mio. Euro. Die Wirtschaftspartner Sandoz, Biocrates und Ionimed haben Mittel in Höhe von rund 6,2 Millionen Euro zugesagt. Besonders erfreulich ist neben der langfristigen Wirkung durch den entstehenden Technologievorsprung die unmittelbare Wirkung auf die Beschäftigung: "So schafft das acib bereits 30 neue hochqualifizierte Arbeitsplätze am Standort und sichert laufend hoch attraktive Arbeitsplätze", freut sich Wirtschaftslandesrätin Zoller-Frischauf.

An der Universität Innsbruck hat der Schwerpunkt Biochemie und Biotechnologie eine langeTradition. Für den Rektor, Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Tilmann Märk, ist das acib ein "wesentlicher Partner und Treiber in der Umsetzung der Forschungsergebnisse. Und auch im Rahmen des acib ist die Kooperation mit Unternehmens-Partnern von zentraler Bedeutung." Das zentrale Unternehmen am Standort ist Sandoz in Kundl, einer der größten Entwickler und Hersteller therapeutischer Proteine hochwirksamer Arzneimittel zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen, von Blutarmut über Schuppenflechte bis hin zu verschiedenen Krebsarten.

Sandoz ist als größter Unternehmens-Partner in alle acib-Themenbereiche involviert, sowohl in Chemie als auch in Biopharma. Für den Leiter der weltweiten Entwicklung von Biopharmazeutika, Dr. Jörg Windisch, ist das acib die "erfolgreichste Zusammenarbeit zwischen Industrie und Universitäten für unsere Geschäftseinheit bisher." Windisch weiter: "Die im acib entwickelten Technologien zielen auf hohe Produktivität und Effizienz ab. Dies führt zur Kostenführerschaft in der Herstellung und erlaubt es uns, die Medikamente den Patienten bei höchster Qualität günstiger anzubieten und doch wettbewerbsfähig zu bleiben. Hohe Produktivität und Effizienz sind auch wichtige Faktoren zur Erhaltung einer lebensfähigen biotechnologischen Industrie am Standort Österreich, zu dem wir uns bekennen."

Der Unternehmenspartner Ionimed wiederum wurde vor sieben Jahren als Spin-off der Universität Innsbruck gegründet. Ionimed ist heute ein Technologieprovider auf dem Gebiet der Spurenanalytik in Echtzeit. "Im acib-Konsortium können wir mit anderen Firmen wie Sandoz und Boehringer und den Uni-Partnern unsere Technologie adaptieren und anwenden. Das Ziel sind maßgeschneiderte Sensor-Lösungen für Biotechnologie-Kunden. Ein Beispiel dafür ist die Entwicklung eines Sensors zur 'Atemluftmessung' bei Bakterien und Hefen", erzählt Ionimed-Geschäftsführer Univ.-Prof. Dr. Armin Hansel.

Über verräterische Atemluft und Viren im Dienst der Gesundheit
Eines der Forschungsprojekte am acib beschäftigt sich also mit der 'verräterischen Atemluft'. Dass die Atemluft verräterisch ist, wissen wir seit Erfindung der Alkomaten. Nun ist nach mehrjähriger, gemeinsamer Forschung von acib und Firmenpartner Ionimed auch die empfindliche Analyse der Luftbestandteile, also der Atemluft von Mikroorganismen, die in einem Fermentationskessel Wirkstoffe herstellen, gelungen. Deren Gesundheitszustand lässt sich damit erstmals in Echtzeit beobachten.

"Die Analyse spürt einzelne Stoffe im direkten Zusammenhang mit dem Stoffwechsel der Zellen auf. Mit dieser Information lassen sich die Prozesse gezielt optimieren und Prozesstechniker können schnell in das Produktionsverfahren eingreifen, falls etwas nicht nach Plan läuft", erläutert Univ.-Prof. Dr. Karl Bayer verantwortlicher Forscher am acib. Bayer weiter: "Durch die Anwendung unserer neuen Methode steigt die Sicherheit von pharmazeutischen Wirkstoffen, während die Kosten sinken, weil Produktionsausfälle verhinderbar werden und Medikamente schneller auf den Markt kommen und ökonomischer produziert werden können."

Im Projekt 'Npro' wiederum werden Viren im Dienst der Gesundheit eingesetzt. Das an sich harmlose Enzym Npro spielt beim Angriff des Schweinepest-Virus eine Hauptrolle. Gleichzeitig lässt sich dieses Enzym aber perfekt für neue Herstellverfahren von Wirkstoffen
einsetzen. So zeigt die Forschung der Mikrobiellen GenetikerInnen an der Universität Innsbruck, wie man aus harmlosen Teilen eines gefährlichen Virus etwas sehr Nützliches machen kann. Zusammen mit StrukturbiologInnen der Universität Salzburg und mit Firmenpartner Sandoz konnten im acib-Verbund nach achtjähriger Forschungsarbeit die Rätsel des Enzyms 'Npro' gelüftet werden.

Die außergewöhnliche Fähigkeit von Npro, sich selbst abzuspalten, macht es zum idealen Vehikel für das Herstellen von therapeutischen Proteinen. Durch dieses neue Wissen lässt sich das Enzym auch verbessern und an neue pharmazeutische Anforderungen anpassen. Das führt zu hochwertigeren Medikamenten, die sich gleichzeitig günstiger herstellen lassen. Für
Firmenpartner Sandoz ein klarer Wettbewerbsvorteil.


Weitere Informationen und Bildmaterial zum Download unter:
http://www.acib.at/index.php/wbPage/wbShow/USER295


Pressekontakt/Rückfragen:

Franz Zuckriegl, MBA
acib Corporate Communications
Tel.: 0699/100.33.816
E-Mail: fz@21stchannels.com
http://www.acib.at

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