Foto: Standortagentur Tirol

Informationen aus erster Hand

Rückten mit "Cloud Computing" einen wichtigen Trend in der IT-Branche ins Licht der heimischen Wirtschaft und Öffentlichkeit: Harald Gohm (Standortagentur Tirol), Harald Leitenmüller (Microsoft Österreich), Thomas Güderich (Google Enterprises), Jürgen Bodenseer (WK Tirol), LRin Patrizia Zoller-Frischauf und Christoph Holz (WK Tirol). Bildrechte: Standortagentur Tirol, WK Tirol

Google, Microsoft und die digitale Wolke

06.05.2011
Mehr als 340 Tiroler Unternehmer und IT-Verantwortliche informierten sich beim 2. Tiroler IT-Day über Trends in der digitalen Welt.

Bei der Eröffnung zum 2. Tiroler IT-Day erklärte Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf im Beisein von Wirtschaftskammerpräsident Dr. Jürgen Bodenseer und Standortagentur-Geschäftsführer Dr. Harald Gohm, dass „diese Veranstaltung ein eindrucksvoller Beweis dafür ist, wie wichtig die IT-Branche für die Tiroler Wirtschaft ist, und vor allem auch dafür, wie prächtig sich die Tiroler IT-Branche in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Mit dem Start der IT-Offensive des Landes vor rund zehn Jahren wurde der Grundstein für IT-Ausbildungen auf Hochschulebene geschaffen. Die Politik kann aber nur unterstützend tätig sein. Viel wichtiger ist, dass die heimischen, meist sehr kleinen IT-Unternehmen innovativ sind, um die IT-Wirtschaft zu beleben.“ Und der IT-Day zeige deutlich auf, „dass dies der Fall ist“.

Im Rahmen des IT-Day wurde der Tiroler Wirtschaft ein Einblick in die vierte digitale Internetrevolution gegeben. Die beiden Keynote-Speaker Harald Leitenmüller, CTO bei Microsoft Österreich und Thomas Grüderich von Google Enterprise gaben Einblicke in das Thema Cloud Computing. Für Harald Leitenmüller trägt Cloud Computing zu einer deutlichen Verbesserung der Geschäftsprozesse bei und ist ein bedeutender Paradigmenwechsel in der IT-Industrie. Organisationen stehen nur noch vor der Frage, wie schnell und in welchem Umfang sie die neuen Technologien einsetzen. Das aus betriebswirtschaftlicher Sicht wichtigste Motiv für Cloud Computing ist die Umwandlung von Investitionen und Fixkosten in variable Kosten. Anstelle der Investition in Hard- und Software, werden Services nutzungsabhängig gemietet und bezahlt. Dies ermöglicht auch die schnellere Realisation neuer Geschäftsaktivitäten sowie größere Flexibilität als bisher.

Thomas Grüderich fügt hinzu, dass die hohen IT-Kosten, die Geräteabhängigkeit, die komplexen Bedienungen sowie das Zusenden von e-mail Anhängen die größten Verstärker für das Wachstum von Cloud Computing sind. Google Cloud Computing bedeutet das Geschäftsanwendungen in einem Browser über das Internet geliefert werden. Das bedeutet, dass die Software durch den Browser geliefert wird und deshalb keine Kosten für Software und Upgrades anfallen. Laut Google werden bereits im nächsten Jahr 20 Prozent der Unternehmen keine eigene IT Infrastruktur mehr haben. Die Computerkapazitäten sind durch gemeinsame Nutzung global skalierbar und der User bezahlt nur für jene Anwendungen, die er auch benützt.  Zudem sind sämtliche Daten weltweit von jedem Rechner aus über ein Portal sicher abrufbar. Der mobile Zugriff erhöht die Produktivität laut Grüderich um den Faktor 2,8.

Neben Cloud Computing konnten sich die interessierten Gäste von Experten namhafter IT-Unternehmen über Themen wie IT-Security, Social Media, Trends im eTourismus oder Datenvisualisierung informieren. Auch die Frage „Die Website als bester Verkäufer eines Unternehmens“ wurde im Rahmen der IT-Leistungsschau diskutiert.

Wie kein anderes Fach spielen Informationstechnologien eine Schlüsselrolle in Gesellschaft und Wirtschaft. Sie verknüpfen verschiedenste Disziplinen miteinander und sind deshalb Schrittmacher für andere Zukunftsbranchen. Durch den Einsatz von IT können Branchen wie beispielsweise der medizinische Bereich oder Mechatronik ihre Innovationskraft wesentlich stärken. Auch im Tourismus ermöglichen neuen Informationstechnologien einen beachtlichen Marktvorsprung.

Der 2. Tiroler IT-Day war für die Verantwortlichen wieder ein großer Erfolg und zeigt, dass man mit den vielfältigen Aktivitäten für die IT-Branche in Tirol auf dem richtigen Weg ist. Dipl.-Inform. Christoph Holz, Fachgruppenobmann der Fachgruppe UBIT der Wirtschaftskammer Tirol sowie Mag. Franz Unterluggauer vom Cluster Informationstechnologien Tirol in der Standortagentur Tirol: „In nur zwei Jahrzehnten hat sich die Tiroler IT-Branche zu einem wichtigen Bereich der heimischen Wirtschaft entwickelt. Die mehr als 1.500 IT-Unternehmen in Tirol agieren auf internationalem Niveau. Mit dem IT-Day möchten wir mit Experten Zukunftsthemen der IT-Branche diskutieren und ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken.“


Über Cloud Computing
Cloud Computing bedeutet, dass Daten, Programme und Rechenleistungen vom PC zu Hause oder im Büro verschwinden und nur noch aus dem Internet aufgerufen werden. Hierfür mietet man sich in der Cloud – das sind riesige Server-Computer-Farmen - ein. Diese haben x-fach mehr Rechenpower als ein Personal Computer.

Im Durchschnitt werden von einem Benutzer nur rund 10 Prozent der PC-Leistung genutzt. Cloud-Anbieter lassen mehrere Benutzer auf einem Computer ihrer Farm zugreifen. Das bedeutet viel mehr Leistung zu einem geringeren Preis. Die Rechner bzw. Server stehen irgendwo in der Welt, von wo aus der User jederzeit zugreifen kann.

Speziell in der Wirtschaft spielt Cloud Computing eine immer größere Rolle. Firmen, die für ihre Arbeit immer wieder Hochleistungsrechner benötigen, mieten sich diese Rechnerleistung stundenweise zu. Ohne es zu bemerken benutzen auch Private längst die sogenannte Wolke. Wer als Privatanwender via Smartphone-Apps Programme startet, greift bereits auf die Cloud zu. Ein Buchkauf bei Amazon oder das Abrufen eines Videos auf YouTube ist ebenfalls schon ein Kontakt mit der Wolke. Facebook, Twitter, e-mail Accounts, Fotodienste oder Einkaufsplattformen speichern die jeweiligen Daten auf Cloud-Servern. Sind die Daten einmal auf diesen Servern gespeichert, sind sie immer und überall abrufbar. Klassische PCs werden immer mehr zu reinen Internet-Terminals und Speichermedien wie USB-Sticks werden immer mehr von der Bildfläche verschwinden.

Filme, Spiele, Einkaufsliste, Mails und was sonst am Heim-PC herumliegt - bald speichert man sie direkt im Internet und kann von überall darauf zugreifen. Mit Smartphones und den Tablets wie dem iPad verlagert sich das "digitale Leben" immer mehr von zu Hause ins Internet.

Zurück

nach oben