Metabolic Phenotyping

v.l.n.r.: Petra Stöckl (Clustermanagerin Cluster Life Sciences Tirol), Ivan Tancevski (Univ.-Klinik für Innere Medizin VI), Jerzy Adamski (Helmholtz Zentrum München), Adelbert A. Roscher (Ludwig-Maximilians Universität München) sowie Ernst Werner, Christian Humpel, Herbert Oberacher und Romana Gerner (alle Medizinische Universität Innsbruck).

Metabolic Phenotyping: Technologie mit Potenzial

26.03.2015
Die Identifizierung und Quantifizierung körpereigener Substanzen (Metaboliten) kommt in den verschiedensten Bereichen der klinischen Forschung, Diagnostik und Therapie zum Einsatz. "Metabolic Phenotyping" ist auch ein Zukunftsthema für den Life Sciences Standort Tirol.

Immerhin gibt es mit dem Tiroler Unternehmen Biocrates einen Industriepartner, welcher eine ausgezeichnete Technologieplattform für sogenannte „Targeted Metabolomics“ aufgebaut hat und einen weltweiten Markt bedient. Die Technologie war bereits die Basis für eine Vielzahl hochrangiger Forschungsarbeiten und Publikationen. „Zusammen mit den analytischen Möglichkeiten an der Gerichtsmedizin sind meiner Meinung alle Voraussetzungen gegeben, damit sich am Standort ein Stärkefeld ‚Metabolomics‘ entwickeln kann“, so DDr. Petra Stöckl, Clustermanagerin des Clusters Life Sciences Tirol der Standortagentur Tirol. Eine Einschätzung, die sich durch die regen Diskussionen der rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Forschung, Klinik und Industrie beim gemeinsamen Symposium zum Thema „Metabolic Phenotyping“ von Standortagentur Tirol und der Core Facility Metabolomics der Medizinischen Universität Innsbruck bestätigte. Als Gäste des Symposiums konnten Prof. Dr. Jerzy Adamski (Genome Analysis Center, Helmholtz Zentrum München) und Prof. Dr. Adalbert Roscher (em. Leiter des Forschungszentrums der Kinderklinik der Ludwig-Maximilians Universität München) begrüßt werden.

Ziel: Einsatz in der PatientInnenversorgung
Das Potential von Metabolomics sowohl im Bereich der klinischen Forschung als auch der Diagnostik und der Optimierung von Therapien liegt etwa in der Diabetes- und Arterioskleroseforschung, der Onkologie sowie auch in der Psychiatrie und Neurologie. „In vielen Fällen ist es wahrscheinlich noch ein langer und steiniger Weg, um das 'Metabolic Phenotyping' von einem wissenschaftlichen Ansatz hin zu einem Bestandteil der PatientInnenenversorgung zu entwickeln“, meint Assoz. Prof. Dr. Herbert Oberacher, Sprecher der Core Facility-Metabolomics. „In Tirol und speziell an der Medizinischen Universität Innsbruck wird aber intensiv und erfolgreich daran gearbeitet, dieses Ziel letztendlich zu erreichen.“

Metabolomics eine Säule der Systembiologie
Metabolomics ist neben der Genomics (DNA), Transcriptomics (RNA) und Proteomics (Proteine/Peptide) die vierte Säule der Systembiologie. Man versteht darunter die systematische Identifizierung und Quantifizierung der niedermolekularen bioorganischen Moleküle in einem bestimmten Kompartiment, einer Zelle, einem Gewebe oder einem Organismus. Die zentrale Forschungseinrichtung „Metabolomics“ der Medizinischen Universität Innsbruck ist am Institut für Gerichtliche Medizin angesiedelt. „Allerdings ist es nicht nur in der Forensik ein wichtiges Ziel, immer mehr Informationen aus immer kleineren Proben zu erhalten“, erklärt Assoz. Prof. Dr. Herbert Oberacher. Die Core Facility ist mit ihrem Know-how und hochmodernen analytischen Methoden wichtiger Partner für verschiedenste ForscherInnengruppen und Fragestellung in der klinischen Forschungen, Diagnostik und Therapie.

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